Dienstag, 9. Oktober 2012

WER WILL FÜR EINE IMMOBILIE SCHON ZU VIEL BEZAHLEN?



Das eigene Heim ist der größte Wunsch der Bundesbürger. Das weiterhin günstige Baugeld macht es leichter, diesen Wunsch zu erfüllen. Aber wenn die Immobilie überteuert gekauft wird, sind die Vorteile niedriger Zinsen schnell dahin. Der kritische Käufer checkt Schritt für Schritt, ob die Immobilie das Geld wert ist.
Eine realistische Verkehrsanalyse wird kaum ein Laie erstellen können – das sollte Sachverständigen überlassen werden. Der Laie aber kann sich eine Checkliste zurechtlegen, anhand derer er das Angebot überprüft. In jedem Fall erhält er so gute Argumente für die Kaufpreis –Verhandlung.


Grundstückswert 

Die Lage ist das entscheidende Kriterium beim Immobilienkauf. Denn: Praktisch lässt sich an einem Haus noch verändern und verbessern – nur die Lage bleibt immer gleich. Im gleichen Viertel oder sogar in gleicher Straße können gleichwohl erhebliche Preisunterschiede gerechtfertigt sein. Einige Kriterien: Verkehrsanbindung ( Bus und Bahn), Kindergärten und Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Störungen (etwa durch Gewerbe oder Stadien), freier Blick oder Blick auf vorgelagerte Bebauung, Südlage oder Nordlage, Wohnstraße oder Durchgangsstraße.

Gebäudewert Das alte Sprichwort 

 „Je oller desto doller“ gilt nicht bei Immobilien. Je älter, desto mehr muss mit Reparaturaufwand gerechnet werden. Die unterschiedlichen Jahrgänge (etwa 20er oder 50er Jahre) haben alle ihre Eigenheiten, über die sich ein Kaufinteressent gut informieren sollte. Wichtige Kriterien sind darüber hinaus: Wärmedämmung (Dach, Außenwände), Fenster-Ausführung (einfach, Iso, Spezialdämmglas), Heizung (Einzelöfen, Zentralheizung, Fußbodenheizung).

Wohnungswert  

Bei der Bad - und WC - Ausstattung gilt es schon fast als normal, zwei WCs und neben der Wanne eine Dusche zu haben. Weniger Komfort senkt den Wert, mehr (etwa wandhängende WCs, Bidet, Thermobatterien) erhöhen ihn. Weitere Kriterien bei der Ausstattung: Küche (mit Einzelgeräten oder Einbauküche), Raum-Deko etwa Edelholz, Marmor, hochwertiger Teppich) oder ein Kamin. Die Größe des Kellers sollte ebenfalls als Plus oder Minus-Punkt berücksichtigt werden.

„Daumen-Formel“  

Wer als Laie schnell zu einer Schätzung kommen will, kann sich der sogenannten „Daumenformel“ bedienen. Dafür wird die erzielbare Jahresmiete abzüglich bewirtschaftungskosten mit dem Faktor 18,5 multipliziert. Bei einer Jahresmiete von 6000 Euro (monatlich 500 Euro) würde der Wert einer Wohnung demnach grob über den Daumen 111000 Euro betragen.
Allerdings sind inzwischen in manchen Regionen die Faktoren auf 20 oder sogar auf 22 angestiegen. Oftmals ist woanders alles über Faktor 16 schon zu teuer.

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